In einer Zeit, in der digitale Transformation und erfolgreiche digitale Initiativen überlebenswichtig sind, stehen IT-Architekten im Zentrum der Unternehmensentwicklung.
Sie sind der Übersetzer komplexer Business-Anforderungen in robuste, skalierbare und zukunftssichere technische Lösungen. Ob es um die Modernisierung von Legacy-Systemen, die Einführung von Cloud-Umgebungen oder die Integration von Enterprise-Low-Code-Plattformen geht: IT-Architekten verstehen sich als Brückenbauer zwischen Business und IT.
Wir als Agitect sehen uns als Partner und Trusted Advisor genau in diesem Spannungsfeld. Mit unserem Fokus auf Enterprise-Low-Code, speziell Mendix by Siemens, Projektmanagement und Cloud-Architektur, inklusive Private-Cloud und Airgapped-Lösungen, begleiten und unterstützen wir Unternehmen, ihre IT-Vision zu entwickeln und Realität werden zu lassen.
Die Vielfalt der Architektur-Rollen: Nicht alle sind gleich
Der Begriff „IT-Architekt“ wird oft inflationär verwendet, doch dahinter verbirgt sich eine breite Palette an Spezialisierungen. Jede Rolle hat ihren eigenen Fokus, ihre eigenen Herausforderungen und ihren Platz im Gesamtkontext einer Organisation. In kleineren Unternehmen gibt es oft Doppelrollen, sodass IT-Admins und IT-Engineers teilweise Aufgaben eines Architekten übernehmen und vorwiegend extern unterstützt werden. Vor allem die Rolle des Enterprise-Solution-Architekten tritt eher selten und nur in riesigen Unternehmen auf. Laut Gartner (2014) liegt das Verhältnis bei reinen Enterprise-Architekten bei ca. 1 : 200–250 IT-Mitarbeitern.
Eine besonders hilfreiche und in der Praxis immer wieder bestätigte Unterteilung gliedert die Architektur-Rollen in zwei große Gruppen: generalistische und spezialisierte Architekten.
Generalistische Architekten verfügen über einen breiten, ganzheitlichen Blick. Sie verbinden geschäftliche Anforderungen mit der technischen Umsetzung und betrachten Lösungen stets im Gesamtkontext der Organisation:
- Enterprise Solution Architect: Organisationsstrategie und Geschäftsarchitektur
- Solution Architect: Lösungsentwurf und Systemintegration
- Technical Architect: Softwaredesign und Softwareentwicklung
- Cloud-Architekt: Cloud-Strategie und Cloud-Migration
- Architect-Evangelist: Produktbotschafter, Erstellung technischer Inhalte und öffentliche Vorträge
Spezialisierte Architekten bringen dagegen ein tiefes und fachspezifisches Expertenwissen mit. Sie sorgen für Stabilität, Sicherheit und operative Exzellenz in ihren jeweiligen Fachgebieten:
- Infrastrukturarchitekt: Infrastrukturentwurf, Software-Standardisierung und Software-Pflege
- Netzwerkarchitekt: Netzwerkentwurf, Strategie und Betrieb
- Datenarchitekt: Datenengineering und -analyse sowie Datenwissenschaft und -intelligenz
- Sicherheitsarchitekt: Cybersicherheit und Einhaltung von Vorschriften
- DevOps-Architekt: Automatisierung, kontinuierliche Integration und kontinuierliche Bereitstellung
In der täglichen Praxis verschwimmen diese Grenzen natürlich häufig, besonders in agilen Umgebungen oder bei modernen Plattformansätzen wie Enterprise Low-Code.
Ein erfahrener Enterprise-Solution-Architect (Generalist) kann viele spezialisierte Themen souverän orchestrieren und greift dabei gleichzeitig auf die tiefe Expertise der spezialisierten Architekten zurück.
Genau diese gelungene Kombination aus Breite und Tiefe macht ein gutes Architektur-Team so wirkungsvoll.
Kernaufgaben eines Solution Architect
Die tägliche Arbeit eines Solution Architect geht weit über das Zeichnen von Diagrammen hinaus. Im Kern dreht sich alles darum, geschäftliche Herausforderungen präzise zu verstehen und in tragfähige, skalierbare technische Lösungen zu übersetzen.
Man beginnt damit, die Anforderungen der Nutzer und Fachabteilungen gründlich zu analysieren. Oft steckt hinter einem scheinbar einfachen Wunsch eine ganze Reihe von versteckten Bedürfnissen. Anschließend legt man die nicht funktionalen Anforderungen fest, also alles, was mit Skalierbarkeit, Performance, Verfügbarkeit, Sicherheit und Verwaltbarkeit zu tun hat. Diese unsichtbaren Faktoren entscheiden später maßgeblich über Erfolg oder Scheitern eines Projekts. Hierbei entsteht i. d. R. ein breiter Katalog an Annahmen, Anforderungen, Risiken und Beschränkungen.
Gleichzeitig arbeitet man eng mit allen Beteiligten zusammen, vom Fachbereich über das Management bis zu den Entwicklern. Es geht darum, unterschiedliche Interessen auszugleichen und echtes Alignment zu schaffen. Dabei muss man mit den verschiedensten Rahmenbedingungen balancieren, seien es Budgets, enge Zeitvorgaben, regulatorische Vorschriften oder bestehende Legacy-Systeme.
Man trifft fundierte Technologieentscheidungen, entwickelt Proof of Concepts und Prototypen, um Ideen schnell zu validieren, und begleitet die Lösung dann durch den gesamten Lebenszyklus. Das reicht vom initialen Design über die Umsetzung bis hin zur produktiven Inbetriebnahme. Nach dem Launch wird validiert, dass alles stabil läuft. Man begleitet den Betrieb und stellt die Wartbarkeit sicher.
Und nebenbei wirkt man als Technology Evangelist, vermittelt Wissen und treibt den notwendigen Kulturwandel im Unternehmen voran.
Der konkrete Mehrwert für Unternehmen
Ein erfahrener Solution Architect erkennt frühzeitig technische Risiken, Skalierbarkeitsprobleme, Sicherheitslücken oder spätere Integrationshürden. Dadurch lassen sich kostspielige Nachbesserungen und Feuerwehraktionen in der Produktion vermeiden.
Zugleich sorgt eine durchdachte Architektur für deutlich höhere Effizienz. Silos werden abgebaut, doppelte Entwicklungen vermieden und einzelne Komponenten können wiederverwendet werden. Die Folge sind niedrigere Betriebskosten und ein deutlich langsamer wachsender Berg an technischer Schuld.
Moderne Ansätze, z. B. Kubernetes, ermöglichen kürzere Entwicklungszeiten, ohne dass dabei Qualität, Stabilität oder Wartbarkeit leiden. Die Time-to-Market wird radikal beschleunigt.
In stark regulierten Branchen wie Finance, Insurance, Healthcare, Energy oder Defense ist eine solide Architektur schließlich unverzichtbar, um Compliance-Anforderungen zu erfüllen und resilient zu bleiben. Besonders bei Private-Cloud- oder airgapped-Lösungen. Hier kann durch die Arbeit des Solution Architect maximale Souveränität entstehen.
Überdies entsteht der nötige Freiraum für echte Innovation. Fachabteilungen und IT können gemeinsam neue Geschäftsmodelle und digitale Services entwickeln, weil die technische Grundlage stabil und flexibel genug ist. Dadurch wird ein wichtiger Beitrag geleistet, die Unternehmensumsätze zu steigern, Kosten zu senken und das Risiko transparent zu machen und optimal zu mitigieren.
Der rasante Effekt von KI
Generative KI-Tools, Code-Assistenten und automatisierte Analysefunktionen übernehmen zunehmend Routineaufgaben, die früher viel manuelle Zeit gekostet haben.
Man erlebt, wie Diagramme, erste App-Prototypen, Code-Schnipsel oder sogar Teile der Anforderungsanalyse fast von allein entstehen. Das schafft Freiräume, wirft aber gleichzeitig die Frage auf: Werden bestimmte Spezialisierungen bald überflüssig?
Die Antwort lautet eindeutig nein. Der IT-Architekt wird nicht überflüssig, sondern entwickelt sich weiter. Was früher primär technische Detailarbeit und Standardimplementierungen ausgemacht hat, erledigt die KI heute oft in einem Bruchteil der Zeit. Klassische, rein technisch fokussierte oder Infrastruktur-Rollen verlieren in manchen Bereichen spürbar an Bedeutung.
Stattdessen gewinnen die strategischen und integrativen Fähigkeiten enorm an Gewicht. Man muss jetzt noch stärker entscheiden, wo KI sinnvoll und sicher eingesetzt werden kann, ethische Fragen klären, Bias und Erklärbarkeit sicherstellen und KI nahtlos in die bestehende Unternehmenslandschaft einbinden. Genau dieser Human-in-the-Loop-Ansatz sorgt dafür, dass KI nicht autonom entscheidet, sondern unter menschlicher Aufsicht, Validierung und Verantwortung bleibt. Gleichzeitig entstehen ganz neue Spezialisierungen rund um KI-Architektur, Responsible AI und MLOps.
Gerade bei Enterprise Low-Code und in sensiblen Private-Cloud- oder airgapped-Umgebungen bleibt der erfahrene Solution Architect unverzichtbar. Hier geht es darum, KI so einzusetzen, dass sie echten Mehrwert schafft, ohne Stabilität, Governance oder strenge Compliance-Anforderungen zu gefährden.
Die besten Architekten sehen KI längst nicht als Bedrohung, sondern als Assistenten, der sie von lästiger Routinearbeit entlastet und ihnen mehr Raum für die wirklich entscheidenden Themen gibt.
Bei Standard und Frameworks ohne Dogma orientieren
Bewährte Standards und Frameworks geben einem gute Orientierung, ohne dass man sich dogmatisch an sie klammern muss. Man nutzt sie dort, wo sie Mehrwert schaffen, und passt sie pragmatisch an die jeweilige Situation und das konkrete Projekt an.
TOGAF ist nach wie vor das bekannteste und am weitesten verbreitete Framework. Es liefert eine umfassende Methodik und eine strukturierte Herangehensweise an die Enterprise Architecture.
Das CSVLOD-Modell von Svyatoslav Kotusev hingegen ist besonders praxisnah und evidenzbasiert. Es unterteilt die relevanten Architektur-Artefakte in sechs Typen und konzentriert sich auf das, was wirklich gebraucht wird, statt auf theoretische Vollständigkeit.
Generell greifen wir in der täglichen Arbeit auf den Zyklus Design, Deploy, Validate und Operate zurück. Dabei bilden das konzeptuelle, logische und physische Design die solide Grundlage für alles Weitere. Genau dieser pragmatische Mix aus bewährten Frameworks und einem klaren, iterativen Vorgehen sorgt dafür, dass Architekturen nicht nur auf dem Papier gut aussehen, sondern in der Realität stabil, wartbar und zukunftsfähig bleiben.
… besonders in agilen Umgebungen und bei Enterprise-Low-Code- oder Private-Cloud-Projekten.
Fazit und persönliche Einladung
IT-Architektur ist kein reines Technik-Thema. Die richtigen Architekten entscheiden maßgeblich mit darüber, ob eine digitale Initiative wirklich gelingt oder letztlich im Sand verläuft.
Stehen Sie gerade vor Herausforderungen? Die Modernisierung Ihrer Applikationslandschaft? Der sichere Betrieb in Private-Cloud- oder Air-Gapped-Umgebungen? Einführung von Enterprise Low-Code oder der verantwortungsvolle Einsatz von KI? Dann freue ich mich sehr, wenn Sie sich direkt bei mir melden. Vernetzen Sie sich gerne mit mir auf LinkedIn.
Ich bin Nicolas Frey, Lead Solution Architect und Mitgründer der Agitect GmbH. In meiner Karriere durfte ich sehr unterschiedliche Architektur-Rollen einnehmen und habe in einer breiten Palette von Branchen Projekte umgesetzt: Finance, Insurance, Public, Healthcare, Energy, Manufacturing und Defense. Dazu zählen Stationen bei diversen Service-Providern: IT-Infrastruktur-Architekt bei Fujitsu, Application-Modernization-Architekt bei Interface Systems, Presales-Solution-Architekt bei Mendix/Siemens sowie Consulting-Architekt bei VMware by Broadcom.
